Weingut Karl-Heinz Schnabel, Gau-BickelheimHeute stellen wir das Weingut Karl-Heinz Schnabel vor. Das Gespräch fand mit Oliver, Tobias und Edeltraud Schnabel statt.

Es sind nur noch wenige Wochen, bis „Wein erleben im Wißberg“ wieder stattfindet. „Wein erleben, wo er wächst“, lautet das Motto bei der Genusswanderung von der Ortsmitte in Gau-Bickelheim, vorbei an der Kreuzkapelle, bis hinauf auf das Plateau des Wißberges.

Es freut mich, dass ihr drei euch die Zeit für dieses Gespräch genommen habt. Das ist ja nicht immer ganz einfach.  Seit wann besteht denn Euer Weingut?
Edeltraud Schnabel: Wie der Stein über dem Kellereingang zeigt, gibt es uns schon seit  1823 als landwirtschaftlichen Betrieb an dieser Stelle. Früher waren wir ein landwirtschaftlicher Mischbetrieb waren und kein reines Weingut. Flaschenweine gibt es bei uns ab ca. der 1970er Jahre. Das wurde von meinem Mann Karl-Heinz aufgebaut. Vorher hatten wir auch Vieh und Getreideanbau. Das letzte Schwein hatten wir noch bis ca. Ende der 80er Jahre.

Wie viele Generationen arbeiten denn auf dem Weingut Karl-Heinz Schnabel?
Oliver Schnabel: Es arbeiten drei Generationen auf unserem Weingut. Selbst unser Opa mit 91 Jahren ist noch fit und hilft gerne mit. Die vierte Generation steht schon in den Startlöchern, auch wenn das wirklich noch sehr früh ist.

Oliver und Tobias ihr seid ja beides ausgebildete Weinbautechniker und bringt neue Ideen in den Weinbetrieb ein. Was denkt ihr, macht euer Weingut denn aus?
Tobias Schnabel: Wir glauben, dass wir guten Wein haben. Außerdem die familiäre Atmosphäre. In unserem Familienbetrieb arbeiten alle zusammen. Insbesondere zwischen meinem Bruder Oliver und mir funktioniert das sehr gut, da wir uns beide gut verstehen.

Edeltraud Schnabel: Oliver und Tobias leiten den Betrieb inzwischen. Da ist es wirklich von Vorteil, dass sich die beiden so gut verstehen. Aber der Zusammenhalt funktioniert über die Generationen hinaus. Das Know-how von unseren zwei Jungwinzern, die mit Leidenschaft dabei sind und auch mal experimentieren, ist eine gute Ergänzung zwischen Alt und Jung. Oliver und Tobias haben vor allem technische Neuerungen eingebracht. Karl-Heinz lässt den beiden dabei freie Hand, steht aber natürlich mit seiner Erfahrung jederzeit zur Seite. 

Man muss als Vater, der das Weingut aufgebaut hat, bereit sein loszulassen und Neuerungen zu zulassen. Das funktioniert ja aber bei euch gut, wie ihr gesagt habt. Welchen Herausforderungen muss sich aus eurer Sicht denn heute ein Winzerbetrieb stellen?
Oliver Schnabel: Man muss präsenter sein als früher. So sind wir viel auf Weinmessen und Weinfesten. Kunden lagern seltener Wein als früher. Sie lassen sich den Wein eher zuschicken. Auch unsere Stammkunden brauchen beim Wein immer neue Anregungen. Außerdem müssen wir unser Angebot so gestalten, dass wir auch für neue Kunden interessant sind. Man kann sagen, dass wir immer eine Idee frischer sein müssen. Dazu gehört auch die Gestaltung der Etiketten, die moderner sind als früher. Auch wenn wir mit Wein ein Naturprodukt haben, der nicht jedes Jahr gleich schmeckt, müssen wir trotzdem versuchen, den Geschmack einigermaßen gleich zu produzieren, um auch unsere langjährigen Kunden zu halten und ihren „gewohnten“ Geschmack zu treffen.

Das Weingut Karl-Heinz Schnabel –
Ein Familienbetrieb aus Gau-Bickelheim

Was bedeutet denn Wein für euch persönlich?
Tobias Schnabel: Lebensfreude, Genuss, Geselligkeit, Gemütlichkeit, eigenes Produkt
Oliver Schnabel: Heimat

Und welchen Wein trinkt ihr am liebsten von den eigenen Weinen?
Tobias Schnabel: Im Sommer unseren Weiß Burgunder, im Winter einen Spätburgunder
Oliver Schnabel: Scheurebe trocken
Edeltraud Schnabel: Trockene Weißweine, je nach Stimmung und Wetter

Wie ihr schon gesagt habt, bedeutet Wein auch Genuss. Zum Genuss gehört ja auch ein gutes Essen. Aber gibt es ein Lieblingsgericht für euch?
Edeltraud Schnabel: Kartoffelsuppe und dazu einen trockenen Riesling, den man übrigens auch zum Kochen nehmen kann

Hier ist das Rezept von Edeltraud Schnabel:

Grumbeerbrie (Kartoffelsuppe) mit Bratwürsten

–        1,5 kg Kartoffeln
–        1,5 l Gemüsebrühe
–        1 große Zwiebel
–        8 Lorbeerblätter
–        6 luftgetrocknete Bratwürste
–        12 Scheiben Toastbrot
–        Salz, Pfeffer, Knoblauchsalz, Essig und Sahne

Rohe Kartoffeln waschen und schälen. Anschließend klein schneiden. In der Gemüsebrühe mit den Lorbeerblättern und den Bratwürsten garkochen. Bratwürste herausnehmen und die Suppe fein pürieren. Mit Salz, Pfeffer, Knoblauchsalz, Essig und Sahne abschmecken.

Für die Croutons die Toastbrotscheiben in Würfel schneiden und in etwas Öl kross anbraten. Kurz vor dem Servieren über die Suppe streuen. Bratwurst getrennt dazu servieren.

Was ist für euch das Besondere am Wein erleben im Wißberg und Gau-Bickelheim?
Oliver Schnabel: Man ist mitten in den Weinbergen. Also genau dort, wo der Wein wächst. Das ist ja auch das Motto von Wein erleben im Wißberg. Außerdem ist es als Wanderfest nicht so weitläufig. Man sieht immer das Ziel. Das ist bei anderen Weinwanderfeste nicht immer so. Gau-Bickelheim bedeutet für mich Heimat und Freunde. Wenn wir von einer Tour wiederkommen, freuen wir uns immer wieder die Kapelle auf dem Wißberg zu sehen. 

Wir kennen uns ja auch schon seit vielen Jahren. Aber es war für mich interessant, auch mal andere Dinge von euch zu erfahren. Wie seid ihr denn erreichbar, falls jemand Wein bei euch kaufen oder auch mal probieren möchte?
Tobias Schnabel: Einfach kurz anrufen. Entweder ist unsere Mutter da oder wir kommen mal kurz aus den Weinbergen zum Weingut.

Weingut Karl-Heinz Schnabel
Mittlere Mauergasse 3
55599 Gau-Bickelheim
Telefon: 06701-3977
E-Mail: info@weingut-schnabel.de
Web: www.weingut-schnabel.de

Termine 2016:
10. Juli 2016: Wein erleben im Wißberg
5.-7. August 2016: Hoffest im Weingut
21. August 2016: Weinwandersommer an der Kreuzkapelle
24. September 2016: Herbstfest im Weingut

Hinterlasse einen Kommentar

Your email address will not be published.